Biologielaborant, Ökonom, Unternehmer, Autor. Jahrgang 1980, Schweizer. Wohnhaft in Hertenstein AG.

Ich bin 1980 geboren, im St. Galler Rheintal aufgewachsen, und habe meine berufliche Laufbahn als Biologielaborant bei der eidgenössischen Material-, Prüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) begonnen. Entomologie, Mikrobiologie, Holzmykologie, Abwassertoxikologie — die Schwerpunkte meiner Lehre waren das, wogegen ich später selbst keine Abwehr mehr hatte. Das ist der Witz der Biografie, nicht meine Erzählung.
Nach einigen Jahren als Laborant und Qualitätssicherungsassistent habe ich berufsbegleitend die Matura nachgeholt und an der Universität St. Gallen Betriebswirtschaftslehre studiert — Bachelor, Master, Doktorat. Promoviert habe ich 2013 bei Prof. Dr. Hubert Österle am Institut für Wirtschaftsinformatik, am Competence Center Independent Living. Dissertation: Geschäftsmodelle für das Service-Wohnen.
Neun Jahre lang habe ich die Theorie dieser Arbeit operativ umgesetzt. Bei der bonacasa AG, dem Schweizer Pionier des Service-Wohnens, zunächst als Leiter Unternehmensentwicklung, später als Geschäftsführer und Mitglied der Geschäftsleitung der bonainvest Holding — die Intermediärsrolle, die in der Dissertation modelliert ist, in Reinform. Ab 2022 als Geschäftsführer der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich, 100 Mitarbeitenden, ein Portfolio von CHF 3.1 Mia. und 5500 Wohnungen — die Wohnraumanbieterrolle, im grössten genossenschaftlichen Massstab der Schweiz. In beiden Rollen habe ich dieselben Modelle benutzt, die ich zuvor beschrieben hatte.
Eine schwere Sepsis, vier Amputationen, ein Jahr Rehabilitation. Seither lebe ich im Rollstuhl und nutze die Wohn-, Dienstleistungs- und Technologielösungen, mit denen ich mich vorher als Ökonom, Forscher und Geschäftsführer beschäftigt hatte. Ich bin jetzt, im prägnantesten Sinn dieses Wortes, Kunde meiner eigenen Arbeit.
Das ist weder Pathos noch Pointe. Es ist die Ausgangslage, aus der ich heute arbeite — und die mir eine Perspektive hinzufügt, die ich vorher nicht hatte. Was als Gestaltungsauftrag vor mir lag, ist jetzt auch Nutzungserfahrung. Beides bleibt getrennt erkennbar: Ich arbeite nicht aus dem Rollstuhl heraus, ich arbeite mit dem, was ich davor wusste. Aber ich weiss inzwischen mehr.
Die Arbeit hat sich nicht verändert. Der Blick auf sie schon.
Aus dieser Erfahrung ist auch ein Beratungsschwerpunkt geworden: Inklusion und Diversität als Geschäftsmodellfrage. Wenn Unternehmen Modelle bauen wollen, die Menschen mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen tragen — nicht als Sonderlösung, sondern als Teil des Kerngeschäfts —, braucht es jemanden, der beide Seiten kennt: die wirtschaftliche und die gelebte. Diese Doppelperspektive bringe ich heute ein.
Ich habe die Geschäftsführung der ABZ — durch die Reha hindurch weitergeführt — Mitte 2026 in geordneter Form abgegeben und arbeite seither unter eigenem Namen. Meine Arbeit teilt sich in sechs Schwerpunkte, die dieselbe Frage aus unterschiedlichen Blickwinkeln behandeln: wie Unternehmen, Institutionen und Menschen tragfähige Antworten finden auf Wohnen, Leben, Inklusion und das, was alle trägt.
Ich berate Unternehmen in der Wohn- und Immobilienwirtschaft zu Strategie, Geschäftsmodellen und Kommunikation. Ich begleite Inklusion und Diversität als Geschäftsmodellfrage — für Arbeitgeber, Institutionen und Menschen. Ich arbeite an Smart Home und Independent Living als wissenschaftlicher und technologischer Schwerpunkt. Ich spreche auf Veranstaltungen zu diesen Themen. Ich entwickle unter dem Dach der Goldcare Holding eine kleine Gruppe eigenständiger Marken. Ich nehme Verwaltungs- und Stiftungsratsmandate an, wenn das Thema passt und die Haltung stimmt. Und ich schreibe.
Eine gemeinsame Linie über alle Schwerpunkte: Substanz vor Skalierung, Langfristigkeit vor Quartalsdruck.
Ein kurzer Porträtfilm — über Werdegang, Wendepunkt und was beides für die heutige Arbeit bedeutet. Aufgenommen 2024 in Hertenstein.
Beratung, Mandate, Keynotes, Marken- und Produktentwicklung bei Goldcare Holding. Autor eines Werks im Werden.
Operative Führung mit 100 Mitarbeitenden. Portfolio von rund CHF 3.1 Mia. und 5500 Wohnungen. Schwerpunkt: Operationalisierung der Strategie, Digitalisierung, Organisationsentwicklung.
Führung mit 60 Mitarbeitenden. Entwicklung und Aufbau neuer Geschäftsfelder im B2B- und B2C-Bereich. Formulierung der Verselbständigungs-, Wachstums- und Digitalstrategie sowie des Business Plans für die Investorenakquise.
Strategieformulierung auf Holdingebene. Aufbau und Weiterentwicklung eines Ecosystems mit über 20 Partnern. Führung eines fünfköpfigen Kommunikationsteams. IT-Strategie und Cloud-Transformation.
Strategie auf Holding- und Tochterebene. Entwicklung, Aufbau und Vermarktung neuer B2B- und B2C-Angebote. Geschäftsmodellentwicklung und -innovation im Service-Wohnen.
Beratungsmandate für neue Geschäfts- und Umsetzungsmodelle. Akquise und Betreuung von Netzwerkmitgliedern.
Forschung an IT-basierten und technologischen Lösungen für autonomes Wohnen im Alter. Aufbau und Management eines Netzwerks mit 35 Partnerunternehmen. Verfassung der Dissertation bei Prof. Dr. Hubert Österle.
Gegründet während des Studiums. Heute Schweizer Familienholding mit drei Marken an der Schnittstelle von Technologie, Design und Ecosystem.
Lehre und erste Berufsjahre. Mikrobiologie, Entomologie, Holzmykologie, Abwassertoxikologie. Parallel berufsbegleitende Matura.